Archiv für Juni 2011

PostHeaderIcon Pfingstrosen

Gärten und Parkanlagen haben sich in ein Farbenmeer verwandelt. Die Pfingstrose, botanisch Paeonia, hat ihren großen Auftritt und zeigt sich in voller Blüte. Schon von weitem beeindruckt dieses elegante Gewächs mit prallen Köpfen. Wer in sie hineinschaut entdeckt eine Quelle an Blütenblättern, die nicht aufhört zu sprudeln. Ihr Durchmesser kann bis zu 25 cm groß werden. Wie gerüschtes Seidenpapier erinnert sie an teure China-Servietten. Schon über 2000 Jahre pflanzen die Chinesen Pfingstrosen und nutzten sie als Heilpflanze. Sie gilt als Blume des Reichtums und Glücks. Auch Hildegard von Bingen lobte die heilende Wirkung der Pflanze gegen verschiedene Krankheiten. Extrakte werden heute noch in der Naturheilkunde eingesetzt. In der griechischen Mythologie  erhält der Namensgeber Paeon von  Aesculap, dem Gott der Medizin, eine Pfingstrose und heilt damit andere Götter. Seit dem Mittelalter kultivieren die Menschen diese Gartenstaude, zuerst als Medizin, dann zunehmend als Zierpflanze. Abbildungen von Pfingstrosen finden sich seit frühester Zeit in China, in Europa seit dem 15. Jahrhundert. Frankfurt ist stolzer Besitzer des Gemäldes „Paradiesgärtlein“ das 1410 ein unbekannter Maler mit Pfingstrosen versehen hat. Auch Manet, Delacroix und Renoir scheinen von den zauberhaften Blüten fasziniert gewesen zu sein. In Bauerngärten finden wir bis heute die europäische Bauernpfingstrose. In Gärten sowie in öffentlichen Räumen setzt sich immer mehr die Chinesische Staudenpfingstrose durch. Wer sie in seinem Garten pflanzen möchte, sollte sie im Herbst an einen sonnigen bis halbschattigen Platz einsetzen, der windgeschützt ist. Ein tiefgründiger fruchtbarer Lehm oder Lehm-Sandboden bietet die besten Voraussetzungen für ein gesundes Wachstum. Ihre volle Pracht entfaltet die Pfingstrose aber erst nach drei bis vier Jahren. Sie sollte nicht umgesetzt werden und ab und zu Dünger erhalten. Als Dank zeigt sie viele Jahre wunderschöne Blüten. Wenn die Staude an Volumen zunimmt, ist es ratsam sie abzustützen. Ein geringer Aufwand beschert uns eine wundervolle Pflanze.

PostHeaderIcon Pflanzkübel

Pflanzkübel passen auf jeden Balkon und sehr dekorativ auf der Terrasse oder auf dem Weg zum Hauseingang. Es ist Geschmacksache, welches Material das Gefäß haben soll. Terracotta gehört zu den Klassikern, ist befüllt aber sehr schwer zu bewegen. Zum Glück gibt es heute Kunststoffnachbildungen, die vom Originalmaterial kaum zu unterscheiden sind. Außerdem sind sie wetterfest und pflegeleicht. Pflanzkübel aus glasierter Keramik sind an sich schon ein schöner Anblick. Wer sich für Metallkübel entscheidet muss verstärkt gießen, da sich das Erdreich stark erwärmen kann. Rustikal wirken Kübel oder Tröge aus Holz, die imprägniert sein sollten, damit sich das Material nicht durch die Feuchtigkeit auflöst. Es versteht sich von selbst, dass jeder Pflanzkübel ein Abflussloch besitzt, denn Staunässe schadet den Wurzeln, die dann zu faulen beginnen. Ist die Wahl getroffen, geht es ans Pflanzen. Vorher sollte der Standort des Pflanzkübels feststehen, denn mit Erde beladen wird das Umsetzen häufig zu einer schwierigen Transaktion. Zuerst wird eine Tonscherbe auf das Abflussloch gelegt, um überschüssigem Gießwasser sowie dem Regenwasser die Möglichkeit zu geben, abzufließen. So wird verhindert, dass lebenswichtige Nährstoffe aus dem Erdreich hinaus gespült werden. Eine Schicht von 5 bis 10 cm Kies kommt auf den Boden des Pflanzgefäßes. Damit das Abflussloch nicht verstopft, wird ein Flies eingelegt, das es im Gartenfachhandel oder im Baumarkt zu kaufen gibt. Die Blumenerde wird nun schichtweise bis zur gewünschten Höhe hinein gegeben und immer wieder bis zum Rand angedrückt. Soll ein Pflanzenmix eingesetzt werden, gehören die hoch wachsenden in die Mitte und die niedrigen nach außen. Gleich große Blumen werden ebenfalls von der Mitte aus zum Rand hin eingepflanzt. Anschließend wird großzügig gegossen, was während der ersten Woche täglich erfolgen sollte. Hat sich die Erde gesetzt wird noch einmal etwas Blumenerde nachgefüllt. Nach Ablauf einiger Wochen darf der Pflanze entsprechend regelmäßig gedüngt werden. Sie wird es mit einer Blütenpracht danken.

PostHeaderIcon Tulpen

Endlich wird es bunt im Vorgarten. Jedes Jahr überraschen uns die Tulpen mit ihren verschiedenen Farben. Ihr Name stammt aus Persien und wird von dem Wort Dulbend (Turban) abgeleitet. Mittlerweile gibt es so viele Sorten mit Kreationen, deren Namen niemand behalten kann. Größter Tulpenexporteur sind die Niederlande mit über 4000 Sorten. Im Siebzehnten Jahrhundert waren Tulpenzwiebeln dort ein Zahlungsmittel und versetzten die ganze Nation in einen Rausch. Als es zu einem Börsencrash kam, verbot der Staat die Spekulation mit Tulpenzwiebeln. Tulpen sind immer noch das Nationalsymbol unserer Nachbarn.

Die Blumenzwiebeln aus geschenkten Pflanztöpfen werfen wir nicht auf den Kompost sondern setzten sie immer irgendwo in die Erde. So entsteht im Frühjahr ein anderes Bild als im Vorjahr. Es muss ja nicht jeder Garten akkurat wie ein Friedhofsbeet aussehen. Bei der Vielzahl an Tulpen, die sich gerade öffnen, ist davon auszugehen, dass sie sich nicht nur über die Ausbildung von Tochterzwiebeln vermehrt haben sondern auch über ihre Samen, was etwas länger dauert. Manche Gartenfreunde buddeln die Zwiebeln im Oktober aus, trennen die jungen von den alten und setzten sie im November wieder ein. Als Pflanztiefe und als Abstand der Zwiebeln sind 12 bis 15 cm ratsam. Hautempfindliche Menschen sollten bei diesem Vorgang Handschuhe tragen, denn Tulpen enthalten Tulipanin, was bei Kontakt zu Hautreizungen oder Tulpendermatitis führen kann.

Wenn die Blütenpracht verschwindet, dürfen nur die verdorrten Blütenköpfe abgetrennt werden, Auch wenn es nicht mehr hübsch aussieht, benötigen die Tulpen das restliche Gewächs zur Bildung neuer Zwiebeln. Erst wenn alles vertrocknet ist, kann der Rest entfernt werden. Auf Empfehlung eines Gartenfreunds werden wir ein paar Stauden pflanzen. Sie überdecken unschöne Stellen und machen im Frühjahr nach ihrem Rückschnitt wieder Platz für die neu austreibenden Blumen. Der Garten ist eine ständige Herausforderung voller Überraschungen.

PostHeaderIcon Gewächshäuser

Hier sind nicht die Glashäuser zum Tomatenzüchten gemeint, sondern die großen Gewächshäuser, die auch als Wintergarten dienen. Sie kamen im Neunzehnten Jahrhundert in Mode, um koloniale Pflanzen zu repräsentieren und botanische Forschungen durchzuführen. Kunstvoll gefertigte Konstruktionen aus Glas und Stahl wurden auch im Privatbereich immer beliebter und als Außenwohnzimmer genutzt. Vom Prinzip her hat sich bis heute wenig geändert. Gewächshäuser sind ein Rückzugsraum, in dem sich der eine oder andere seinem Hobby widmet. Moderne Solartechnik sorgt für ein gleich bleibendes warmes Klima und gibt seltenen Pflanzen einen Lebensraum. Hersteller von Hightech Gewächshäusern installieren eine Dreifachverglasung, die in ihrer Wärmedämmhülle Werte einer massiven Wand erreichen kann. Spätestens im nächsten Winter zeigt sich, dass durch diese Investition der Energieverbrauch zum Heizen niedriger ausfällt als vorher.

Wer mit seinem Grundstück ein altes Gewächshaus erwirbt, sollte es nicht abreißen. Es gibt Spezialisten, die wieder ein Schmuckstück daraus machen, indem sie es nach alten Vorbildern restaurieren. Die Nachfrage nach Gewächshäusern ist groß und das Angebot erstreckt sich über alle Stilarten. Romantiker finden ihren Platz in der Glashausarchitektur des Neunzehnten Jahrhunderts, müssen aber auf die Errungenschaften modernster Technik nicht verzichten. Die Sehnsucht nach südlichen Gefilden lässt sich in mediterran gestalteten Gewächshäusern genießen, die mit Zitrusfrüchten und Olivenbäumen zum perfekten Ambiente beitragen. Der Anbau eines Glashauses an das Wohngebäude ist nicht selten und schafft einen völlig neuen Wohnwert. Stahl, Aluminium oder Holz bilden das Korsett für Glas- oder Polycarbonatplatten. Der Kunde bestimmt in welchem Stil das Gewächshaus erstellt werden soll. Architekten entwerfen überraschende bauliche Kunstwerke oder empfehlen Fertighäuser, die dem individuellen Geschmack gerecht werden.

Auch in der gehobenen Gastronomie finden sich Gasträume, die in einem Gewächshaus untergebracht sind. Hier entsteht mit der richtigen Bepflanzung eine besondere Atmosphäre, die an den letzten Urlaub erinnert. Die entsprechende Küche sorgt für das perfekte Ambiente und Genuss ohne Jahreszeitenwechsel.

PostHeaderIcon Gartenkräuter

Gartenkräuter ziehen ist kein Kunststück, weil sie sich wild vermehren. Wenn sich im Frühjahr die ersten Kräuter draußen zeigen kommt mit ihnen die Lust auf frischen Salat. Immer der Nase nach geht es zum Bärlauch. Der ist schon von Weiten zu riechen und erinnert an den Duft von frischem Knoblauch. Ein paar geschenkte Pflanzen haben sich in der hintersten Ecke zwischen den Tannen breit gemacht und bereichern Quiches, Pizzen und Aufläufe. Beim Sammeln im Wald ist Vorsicht geboten, da das Verwechseln mit Maiglöckchen tödlich enden kann. Spätestens im Mai blüht der Bärlauch und sollte dann nicht mehr gepflückt werden. Damit die Gartenkräuter sich nicht wie ein Teppich ausbreiten, ist es sinnvoll ihnen einen festen Platz zu geben. Ein schön eingefasstes Beet oder eine selbst gebaute Kräuterschnecke an einem sonnigen Fleck garantieren frische Zutaten bis zum Herbst. Gartenkräuter lassen sich durch Trocknen oder Einfrieren gut konservieren und garantieren Bio-Qualität. Mit der Aussaat ist immer Geduld verbunden, so dass wir lieber vorgezogene Kräuter im Topf einkaufen. Dabei sollte auf gute Qualität geachtet und nicht am Cent gespart werden. Das Angebot ist riesengroß und bringt Abwechslung in die Küche. Jeder hat seine Favoriten.

Die Zitronenmelisse erzeugt nicht nur einen erfrischenden Duft, sie sieht auch wunderbar als Dekoration auf Torten, Nachspeisen und Getränken aus. Bienen und andere Insekten nutzen dieses Kraut als Futterquelle, Liebhaber von natürlichen Heilmitteln setzen sie für und gegen alles ein. Pfefferminze im Garten liefert nicht nur die Blätter für den Tee, sie ist die Grundlage für die englische Minzsauce und schmeckt gut zu Tsatsiki. Petersilie, Schnittlauch, Dill und Bohnenkraut gehören zum Standardprogramm. Gartenkräuter für die italienische Küche können schon einmal Probleme machen, wenn der Sommer nicht warm genug ist. Basilikum, Oregano und Thymian gedeihen dann besser im Topf auf der Fensterbank.

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