PostHeaderIcon Schrebergärten

Jeder kennt Schrebergärten, aber warum sie so heißen, ist kaum bekannt. Sie sind nach Moritz Schreber benannt, einem Arzt und Hochschullehrer aus Leipzig. Zur Zeit der Industrialisierung im 19ten Jahrhundert förderte er die Bewegung von Kindern und Jugendlichen an der frischen Luft und die Arbeit im Garten. Ernst Hauschild gründete 1864 im Sinne des bereits verstorbenen Schrebers den ersten „Schreberverein“ Zur Zeit ihrer Gründung hatten die Vereine neben der Versorgungsfunktion die Aufgabe,  Familien aus ihren Mietskasernen heraus zu holen, um sich draußen körperlich zu betätigen und sich zu erholen. Überall entstanden Kleingartensiedlungen in denen der Traum vom eigenen Haus mit Garten verwirklicht werden konnte.

Der Erfolg ist bis heute ungebrochen. In Berlin gibt es über 70.000 Kleingärten, in Hamburg 36.000. Regeln ordnen das Leben in einer solchen Anlage. Obst- und Gemüseanbau ist Pflicht, die Größe des Gartenhäuschens ist vorgeschrieben. Um eine Mitgliedschaft im Kleingartenverein muss sich beworben werden. Wer sie einmal hat, gibt sie an die nächste Generation weiter. Es gab eine Zeit, in der Schrebergärten ein miefiges Image hatten. Mittlerweile sind sie attraktiv für junge Familien in der Stadt, die sich kein eigenes Haus leisten können, aber auf einen Garten nicht verzichten möchten. In manchen Städten finden sich  Kleingartenanlagen mit dem Schwerpunkt Öko, Kultur oder Multi-Kulti.

Das Bundeskleingartengesetz schreibt die Höhe der Pacht vor: ca. 40 Cent pro Quadratmeter im Jahr. Eine Parzelle darf bis zu 400 Quadratmeter groß sein. Das macht erschwingliche 160 Euro im Jahr. Wertgutachter der Kleingartenvereine bestimmen je nach guter Pflege die Ablösesumme des Gartens. Diese kann zwischen 1.000 und 5.000 Euro liegen. Strom, Versicherung und die An- und Abfahrtkosten müssen mit einkalkuliert werden.

Der Nutzen eines Schrebergartens besteht nicht nur in der Ernte von Obst und Gemüse, die sozialen Kontakte sind unbezahlbar. Neben dem Gespräch mit dem Nachbarn finden gemeinsame Feiern statt und es werden Freundschaften oder Verbindungen fürs Leben geschlossen.

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