PostHeaderIcon Wäschespinnen

Meine Oma hat mitten im Garten ein Loch im Rasen, das uns als Kinder magisch angezogen hat, um darin rumzuporkeln oder etwas zu verstecken. Sie hat dann immer gesagt, wir sollen es lassen, es sei für die Wäschespinne. Das fand ich ekelig, weil ich Spinnen sowieso nicht mag. Erst viel später habe ich verstanden, was Wäschespinnen sind. Mit ihrer Konstruktion erinnern sie mich eher an einen riesigen Regenschirm, nur dass kein Tuch gespannt wird, sondern Wäscheleinen. Das Ungetüm lässt sich wie ein Karussell drehen, was Kinder gerne tun, aber meist für Ärger sorgt.

Ein Schweizer hat sie erfunden. Wer sonst? Walter Steiner aus Winterthur meldete 1947 das Patent für die Wäschespinne aus Holz mit Hanfseilen an und gründete die Firma STEWI (Steiner-Winterthur). In der Schweiz heißt dieses Gerät bis heute Stewi. Der Firmengründer wollte der Hausfrau die Arbeit so einfach wie möglich machen. Vielleicht kam ihm die Idee, weil Wäscheleinen ziehen im Bergland schwieriger ist als im Flachland. Heute wird die Firma von einem der drei Söhne geleitet und die Wäschespinne wird immer noch erfolgreich hergestellt. Eine neuartige Spannvorrichtung sorgt für straff gespannte Wäscheleinen. Beim Schließen werden die Leinen automatisch in die Arme eingezogen und hängen nicht schlaff herum. Die Länge der reißfesten Leinen aus Polyester beträgt insgesamt 60 Meter. Genug, um viel Wäsche daran aufzuhängen. Die Sternteile und Seilschutzklappen sind aus Aluminium hergestellt. Um einen festen Stand zu gewährleisten, gibt es verschiedene Möglichkeiten: eine Bodenhülse zum Einbetonieren, ein Bodenfundament zum einschlagen in die Wiese, einen viereckigen oder runden Terrassensockel aus Granit. Eine Schutzhülle für das Ganze Modell wird mitgeliefert.

Alles in Allem eine gute Erfindung, die bis heute ihre Berechtigung hat. Aus ökologischer Sicht eine Investition in die Zukunft, die den elektrischen Trockenautomaten im Sommer überflüssig macht.

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